Die Macht der Worte

Dieser Blogbeitrag nimmt an der Blogparade „Macht der Worte“ teil.


Tausende von Wörtern purzeln Tag für Tag nur so aus unserem Mund heraus. So viele, dass wir manchmal gar nicht mehr wissen, was wir überhaupt gesagt haben und die Folge dessen ist uns oftmals auch gar nicht bewusst. Wir können mit unseren Worten so viel bewirken, so viele Emotionen bei Menschen hervorbringen, die wir nicht immer mitbekommen. Genauso ist es andersherum auch.

Ich kann mich an einige Situationen erinnern, in denen jemand etwas zu mir gesagt hat, was ich einfach nicht vergessen kann. Ausgesprochene Worte, die so sehr in meinem Kopf bleiben, dass ich sie regelrecht spüren kann. Es reißt mich dann zurück zu diesem Moment, ich kann es genau sehen, riechen, fühlen. Die Worte waren so stark, dass sie meinem Körper vormachen, es passiere in genau diesem Augenblick. Ich fange an zu zittern, bekomme Gänsehaut und Tränen fließen mir das Gesicht hinunter.

Welche Worte sind das, die mich nicht loslassen?

Entweder sind es die besonders glücklichen Momente meines Lebens, in denen jemand, der mir nahesteht etwas wundervoll Liebes gesagt hat oder das genaue Gegenteil. Worte können das Hier und Jetzt mit vielen Emotionen füllen. Sagt mein Freund mir, wie hübsch ich gerade aussehe, fühle ich mich automatisch gut, doch natürlich ist das nicht so bewegend, dass es mich für den Rest meines Lebens prägt. Das erste „Ich liebe dich“ jedoch, ist für mich so bedeutend, dass ich noch Jahre später hier sitzen kann und mir sofort ein Lächeln ins Gesicht springt.

Wie Worte mich in meinem Leben eingeschränkt haben

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Ist dir schon einmal aufgefallen, dass dich Worte, sei es in deiner Denkweise oder in deinem Handeln, eingeschränkt haben?

Mir ist das heute zum ersten Mal wirklich klar geworden, wie sehr mich Worte beeinflusst haben, auch wenn es der Person, die sie gesagt hat, nicht bewusst war. Diese Person ist meine Mama. Eine so liebe Frau; ich liebe sie über alles. Sie ist mir so verdammt wichtig, deshalb können manche Worte von ihr besonders verletzend sein. Ich glaube die Macht der Worte hängt auch damit zusammen, in welcher Beziehung du zu der Person stehst. Besonders die Worte, die negative Emotionen in dir hervorrufen. Jeder fremde Mensch kann ein Glücksgefühl in dir auslösen, wenn er etwas Nettes zu dir sagt. Wenn er jedoch etwas Beleidigendes zu dir sagt, nimmt dich das nicht so sehr mit, wie wenn zum Beispiel deine Eltern, dein Partner, deine Freunde so etwas sagen.

Die schlimmsten Gefühle können dir die Menschen geben, die dir am meisten bedeuten. Wer ist wichtiger als deine Eltern? Besonders deine Mama, zu der du im Mutterleib schon eine Verbindung aufgebaut hast. Sie ist diejenige, die dir von Geburt alles beibringt. Sie will, dass du frei bist und schränkt dich dabei unbewusst in einigen Dingen ein, mit Sätzen wie: „Das darfst du aber nicht in der Öffentlichkeit sagen.“,  „Dass du das nicht wusstest, ist ja peinlich.“ oder: „Dein Traum ist es zu schreiben… ich denke nicht, dass du das gut kannst.“

Das sind Worte, die mich noch heute nicht loslassen und mir das Gefühl geben, ich sollte es lassen meinem Traum nachzugehen, denn ich bin ja sowieso nicht gut genug. Hätte sie gesagt wie schön meine Texte sind, würde ich vermutlich mehr schreiben können, doch so führe ich einen Kampf zwischen meinem Handeln, dem Glauben an mich selbst und ihren Worten, die so stark sind, dass sie manchmal auch gewinnen. Die Worte in meinem Kopf immer wieder so laut werden zu lassen, dass ihre Worte hingegen nur ein Flüstern sind, ist nicht immer leicht und erfordert einiges an Mut.

Ich weiß, dass meine Mama mich nicht bewusst damit verletzt, sondern nur ihre Gedanken oder Meinungen in dem Moment äußert. Aus diesem Grund kann ihr das natürlich nicht so böse nehmen.

 

Worte, die mich sehr verletzt haben

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Ich war mir erst nicht sicher, ob ich das hier schreiben soll oder nicht. Es ist so persönlich, intim, familiär und auch das verletzendste, was je ein Mensch zu mir gesagt hat, aber es ist einfach wahr. Deshalb kann es wohl nicht falsch sein, es öffentlich zu machen.

Es sind die Worte: “Ich will dich NICHT MEHR sehen.“ Nach 18 Jahren von meinem Papa. Ich kann den Moment noch spüren, es kam so unerwartet. Wir saßen in einem Restaurant, mein derzeitiges Lieblingslied „Hi Kids“ von Cro lief geradem Radio und ich war super gut gelaunt, da ich kurz vor meinem 18. Geburtstag stand. Mein Papa erklärte mir aus heiterem Himmel, dass er ein neues Leben beginnen möchte und zu jedem Menschen aus seiner Vergangenheit den Kontakt abbrechen wolle. Ich fragte, ob ich ab jetzt auch zu seiner Vergangenheit gehören würde. Als die Worte aus meinem Mund kamen, dachte ich mir wie blöd diese Frage eigentlich ist. Natürlich nicht, ich bin doch seine Tochter, dachte ich. Er schaute mir tief in die Augen und sagte: „Ja, du bist Vergangenheit. Es ist besser wir sehen uns nicht mehr.“ Vom Schock getroffen saß ich still da. Ich wusste nicht, was ich dazu sagen sollte und habe nur auf den Moment gewartet, dass mich jemand kneift und ich aus diesem Albtraum erwache.

Jetzt kann ich zum Glück sagen, dass diese Story der Vergangenheit angehört. Ich habe wieder ein super Verhältnis zu meinem Papa, er hat sich mehrmals dafür entschuldigt und ich weiß, dass so etwas nicht wieder passiert. Jeder Mensch macht schließlich mal Fehler und die Worte, mit denen er sich dafür entschuldigt hat, sind im Endeffekt genau so stark. Er ist und bleibt mein Papa, den ich sehr liebe.

 

Auch ich habe mit meinen Worten verletzt.

Ich habe absolut keine Ahnung, wie oft ich schon jemanden unbewusst verletzt habe oder ob es Dinge gibt, die ich einmal gesagt habe und heute noch jemandem durch den Kopf schwirren. Ich kann mich aber an die schlimmsten Worte erinnern, die ich in meinem ganzen Leben gesagt habe und die ich zu tiefst bereue. Bei vielen Streitigkeiten zwischen mir und meiner Mutter habe ich ihr im Eifer des Gefechts „Ich hasse dich“ ins Gesicht geschrien. Leider kam das sehr oft vor in meiner Teenager-Zeit.  Ich kann mich noch nicht einmal mehr daran erinnern, weshalb wir immer gestritten haben. Meistens waren es Lappalien, die wir von Mückengröße auf Elefantengröße dimensioniert haben, doch egal worum es ging, ich hatte nie irgendeine Art von Hassgefühl in mir. Ich war einfach immer nur so sauer, dass die Worte unkontrolliert aus meinem Mund gefallen sind. Es tut mir wirklich so leid.

Manipulation durch die Medien

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Unglaublich wie sehr uns Worte von Menschen beeinflussen, die das nicht bemerken oder mit Absicht machen. Es gibt jedoch auch Menschen, deren Job es ist uns mit dem, was sie sagen zu beeinflussen, manchmal würde ich auch sagen, zu manipulieren.

Denken wir nur einmal an die Medien. Vor allem die Nachrichten nutzen bewusst gewählte Worte und Sprachmittel, um uns in eine bestimmte Richtung zu lenken. Beispielsweise werden verharmlosende Begriffe eingesetzt, um Ereignisse herunterzuspielen und Übertreibungen, um sie hervorzuheben. So kontrollieren die Medien ganz leicht die Masse.

Auch große Redner setzen ihre Worte gezielt ein, um uns zu beeinflussen, oft auch positiv und ohne, dass wir das wirklich merken. Der bekannteste aller Motivationsredner, Tony Robbins, berührt die Menschen und hilft ihnen mit dem, was er sagt.

Wir alle lassen uns tag täglich von Wörtern lenken, die Richtung allerdings können wir uns selber aussuchen. Wir können entscheiden, ob wir dem folgen, was die Nachrichten vermitteln und uns nach dem dritten Unfall am anderen Ende der Welt innerhalb von drei Minuten traurig fühlen, ob wir lieber ein inspiriendes Buch lesen oder Gespräch führen. Wir haben IMMER die Wahl.

 

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