One Way Ticket to Heaven

Nach einer knapp vierstündigen Busfahrt von Chiang Mai sind wir gegen Abend in dem kleinen, eher untouristischen Ort Chiang Rai angekommen. Nachdem wir aus dem Bus ausgestiegen sind haben wir das getan, was wir in Thailand immer als erstes getan haben. Uns auf die Suche nach dem nächsten Tuk Tuk begeben.
Ich habe in Thailand nämlich gelernt: An jeder Ecke wirst du von den Tuk Tuk Fahrern gefragt: „Do you want Tuk Tuk?“ Doch wenn du einmal wirklich eins brauchst, ist keins in der Nähe.
Dieses Mal jedoch hatten wir Glück und keine zwei Minuten später saßen wir in einem, ich kann es nicht gensure beschreiben, fahrbaren Untersatz. Es war kein Tuk Tuk, aber auch kein Auto, irgendetwas dazwischen. Vom Aussehen her erinnerte es mich etwas an ein Feuerwehrauto, nur dass es hinten offen war, sodass wir quasi auf der Ladefläche saßen. In Deutschland wäre so einiges, was hier auf den thailändischen Straßen fährt, verboten. Gefährlich? Ja, schon, doch den Spaß den ich dabei habe, lässt meine Angst definitiv verblassen. Das Motto „no Risk no fun“ lebe ich hier in vollen Zügen.
Ich weiß nicht genau was es war, doch je mehr wir die Häuser und Landschaften hinter uns gelassen hatten und der warme Fahrtwind mir ins Gesicht blies, spürte ich ein leichtes Kribbeln am Körper und ein Gefühl von purer Zufriedenheit machte sich deutlich bemerkbar. Ich war einfach glücklich. Glücklich darüber, dieses wunderbare Land zu entdecken, gespannt auf das, was mich in Chiang Rai wohl erwartet und dankbar für meinen lieben Freund, mit dem ich jeden Augenblick teilen kann.
Gegen acht Uhr abends sind wir endlich im Hotel angekommen.
Ein Hotel, bestehend aus einzelnen Bungalows, umgeben von paradiesischen Palmen und einem gigantischen Swimmingpool. In aller Ruhe planten wir nun die nächsten zwei Tage, die wir in Chiang Rai verbringen. Wie sich herausstellte waren zwei Tage zu wenig für diesen Ort. Meine Spontanität und „Lass uns einfach planen, wenn wir da sind“- Denkweise haben sich dieses Mal leider nicht bewährt . Hätte ich vorher gewusst, was Chiang Rai alles zu bieten hat, wären wir defiinitiv länger dort geblieben.
Für den ersten Tag war der weiße Tempel vorgesehen. Wir haben uns vom Hotel einen Roller gemietet und sind sofort ca. 20 Minuten lang dorthin gefahren. In Thailand gibt es Tempel wie Sand am Meer, doch dieser ist etwas ganz besonderes und der schönste Tempel, den ich je gesehen habe und vermutlich auch sehen werde. Oft ist es ja so, dass Fotos mehr versprechen als die Realität wirklich ist. Hierbei trifft allerdings das genaue Gegenteil zu. Ein Foto kann nicht annähernd vermitteln wie der weisse Tempel aussieht, genau so wenig eine Beschreibung von mir.
Nicht nur, dass dieses Werk einem zauberhaften Märchenschloss nahekommt, es trägt auch noch eine Botschaft mit sich. Der Übergang von der Hölle in den Himmel. Der Anfang stellt die Hölle dar, mit einem Meer aus herausragenden Händen, die teilweise Totenköpfe in die Luft heben, und teuflischen Kreaturen. Der Übergang in den Himmel bildet eine Brücke, die ebenso wie der gesamte Tempel komplett verziert ist. Unser Ticket erlaubt uns nur einen einmaligen Gang in den Himmel, den der Tempel darstellt. Wir kehrten der Hölle mit all ihren böse aussehenden Geschöpfen den Rücken zu und traten in den himmlischen Tempel. Leider, oder meiner Meinung nach eher Gott sei dank, durften wir keinerlei Aufnahmen vom Inneren machen. Ich denke, was sich darin befindet, solltet ihr am besten mit eigenen Augen bewunderern.
Der Architekt dieses Bauwerks hat sich schon einiges dabei gedacht und großen Wert auf’s Detail gelegt. Ich frage mich jedoch, was wohl in diesem Mann vorging, denn einen Tag später haben wir einen Temepl von ihm besucht, der das genaue Gegenteil dieses wunderschönen Tempels zeigt. Ich war mehr als geschockt.

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