Die Sissi Lüge – Inzucht bei den Habsburgern

Du glaubst du kennst Sissi und Franz? Dann wusstest du sicher auch, dass das Kaiserpaar Cousin und Cousine war. Nicht? – Ich wusste es vorher auch nicht, doch es ist wahr: Die Habsburger betrieben Inzucht!

Damals war es allerdings nicht ungewöhnlich, dass Verwandte später miteinander verheiratet wurden, denn vermeintliche Folgen dessen, waren den Menschen zu der Zeit nicht bewusst.
Höchstwahrscheinlich denkst du bei Sissi sofort an die bildhübsche Romy Schneider, die diese in den 50er Jahren in der berühmten Sissi Trilogie spielte. Ich muss leider zugeben, dass ich mir keinen der Filme von vorne bis hinten angesehen habe. Nicht, weil ich sie schlecht fand, sondern eher, weil ich mich bis dato nicht besonders viel für die Kaiserin und ihren Franz begeistern konnte. Trotzdem blieben mir noch einige Szenen, die ich davon gesehen habe, noch sehr gut im Gedächtnis.
Die lebensfrohe Sissi (Romy Schneider), die immer selbstlos und herzlich handelte, die ein normales Mädchen war, das sich einfach nach Glück und Freiheit sehnte.
Genau so zeigen es uns die Filme, was aber die wenigsten von uns wissen ist, dass da nur die halbe Wahrheit drin steckt.
Zu Elisabeths (Sissis) Lebzeiten wurde sie von den Bürgern nicht gerade verehrt. Ihre Selbstlosigkeit und ihr gutes Herz wurden ihr erst nach ihrem Tod zugesprochen, bis dahin war der Kaiser Franz der Liebling der Wiener.
Als sie plötzlich Kaiserin wurde, fiel es ihr schwer mit dem ganzen Druck, der auf ihr lastete klar zu kommen. Sie war sehr schüchtern und oft traurig. Ihrer Freiheit beraubt lebte sie im goldenen Käfig.
Als sie für längere Zeit nach Madeira reiste, kehrte sie nachher als vollkommen andere Person wieder zurück ins Schloss. Die Schüchternheit hatte sie voll und ganz auf Madeira gelassen, und nun zeigt sie ihre selbstbewusste Seite.
Die Kaiserin galt als eine besonders schöne Frau ihrer Zeit und Sissi wusste ganz genau wie sie sich ihr gutes Aussehen zu Nutze machen konnte.
Sie verbrachte jeden Tag mehrere Stunden mit der Pflege ihrer langen, vollen Haare und achtete sehr auf ihre Figur. Reiten, Schwimmen sowie Fechten waren ihre Lieblingsbeschäftigungen. An den königlichen Mahlzeiten nahm Elisabeth oft nicht teil, wenn sie gerade in einer ihrer Hunger-Phasen war.

 

Zufällig ermordet

Kurz vor ihrem Tod war Sissi nicht besonders glücklich. Sie war wieder oft traurig, doch diesmal hörte ihre Trauer nicht auf. Ihre Kinder hat sie auch oft nicht gesehen, weil sie zu sehr mit sich selber beschäftigt war. Es heißt, sie habe sich ihren Tod sogar herbei gewünscht. Leider ging dieser Wunsch wenig später auch in Erfüllung, doch eher ausversehen.
Sissi war von ihrer Reise schon wieder auf dem Weg nach Hause als es passierte. Sie war mit ihrer Hofdame in Genf und wollte gerade das Schiff betreten, welches sie nach Caux bringen sollte, doch leider kam ihr Luigi Lucheni dazwischen. Er stach ihr gnadenlos eine Feile durch den Leib. Sie brach zu Boden, bemerkte den Einstich jedoch zuerst nicht. Vollkommen unter Schock stieg sie in das Schiff und redete mit ihrer Hofdame sogar noch über den Vorfall. Keine 10 Minuten später brach Sissi endgültig zusammen und verstarb auf dem Weg nach Hause.
Luigi Lucheni hatte sich vorher allerdings schon länger ein anderes Opfer für diese Attentat ausgesucht. Der Prinz Henri Philippe d’Orléans sollte es werden, doch weil er kurz vorher seine Pläne änderte und nicht in Genf eintraf, hat Luigi sich kurzer Hand ein anderes berühmtes Opfer ausgesucht. Sissi.

 

Schloss Schönbrunn

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Genug Informationen über das, was ich alles über Sissi und Franz gelernt habe. Natürlich war das noch lange nicht alles, eher ein kleiner Ausschnitt dessen. Schließlich möchte ich euch nur meine Erlebnisse und mein Wissen mitteilen und euch nicht schon alles vorweg nehmen, falls ihr das traumhafte Schloss Schönbrunn auch besuchen wollt.
Die freundliche Stimme des Audio Guides im Schloss hat mich mit all diesen Informationen gefüllt, doch auch wenn ihr denkt ihr wisst jetzt viel, nachdem ihr meine ersten zwei Abschnitte gelesen habt, liegt ihr falsch.

Unser Ticket enthielt eine Audio geführte Führung durch die märchenhaften Räume des Schlosses und einen Spaziergang durch den riesigen Garten.
Zuerst besuchten wir den Garten, den man meiner Meinung nach nicht mehr als Garten bezeichnen kann, sondern eher als eine weite Landschaft mit schönem Grün. Ich kann mir schon bildlich vorstellen wie Sissi damals zu Franz sagte: „Ich gehe mal eben durch den Garten.“ und 13 Stunden später kam sie wieder.
Dementsprechend konnten wir bei unserem einstündigen Aufenthalt verhältnissmäßig wenig Garten sehen.
Den Irrgarten, Neptuns Brunnen und ein Teil des Waldes haben wir gerade mal geschafft, doch es war wirklich schön. Besonders der Brunnen.

Stunde vorbei, auf in`s Schloss.
Pompös, groß, verschnörkelt, gold… Das war die Kurzfassung.
Leider war es uns nicht erlaubt Fotos der Räume zu machen.
Die Zimmer wurden teilweise nach Farben benannt, das rote Zimmer, das gelbe Zimmer, das blaue Zimmer…da die Wandfarbe einfach so gewählt wurde. Ob jedes Zimmer wirklich eine Aufgabe hatte, weiß ich nicht mehr, da es viel zu viele waren, doch natürlich gab es nicht nur bunte Zimmer, sondern auch welche die eindeutig ihren Zweck erklärten.
Ein Speisezimmer, Arbeitszimmer des Kaisers, Empfangsraum für Gäste, Schlafzimmer. Es gab wirklich kein Zimmer, welches nicht gold, prunkvoll und mit vielen kaiserlichen Details versehen war.
Ich legte meine imaginäre Prinzessinnen Krone wieder ab, die die gesamte Schloss Führung über gefühlt auf meinem Kopf saß und trat wieder als gewöhnliche Bürgerin hinaus. Der Zauber dieses Schlosses bleibt aber immer noch in mir erhalten.
So schön dieses Schloss auch ist, ich kann die gute Elisabeth vollkommen verstehen. Lieber ein Leben in Freiheit als eins in einem Gefängnis mit schöner Einrichtung.

Obwohl ich meinen Kaffeegehalt die letzten Monate überaus marginal hielt, nahm ich ein kleines Tässchen des Sissi Kaffee`s am Café des Schlosses zu mir, von dem mir meine Mama vor der Reise mehr als einmal geschwärmt hatte.

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