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Island Geheimtipps: Der Eingang in die Höhle der Trolle

Hey ihr Lieben,

heute habe ich für euch einen Geheimtipp für Island. Eigentlich sind es zwei…

Unser netter Host hat uns diese gegeben.

Mein erster Geheimtipp ist eigentlich nicht so geheim, aber einfach lohnenswert.

Es war ein kalter, stürmischer Tag. Immer mal wieder hat es geregnet und sie Sonne hat sich nicht einmal blicken lassen. Aber egal, Alex und ich wollten uns den Wasserfall Dettifoss anschauen. Wir stiegen ins Auto, fuhren los und waren nach kurzer Zeit schon am Parkplatz des Wasserfalls angekommen. Ein steiniger Weg ging steil hinunter zu dem Wasserfall. Eigentlich kein langer Weg, aber aufgrund des Wetters liefen wir vorsichtiger. Schon waren wir da: Am Dettifoss

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Dort war ein kleines Schild in den Boden gestampft „Noch 1.5 km zum Selfoss“. Der Regen machte sich wieder bemerkbar, die Steine auf dem Boden waren glitschig und kalter, starker Wind blies mich fast um. Ich schaute Alex an: „Wollen wir wirklich noch so lange laufen?“ (Ich habe die  Antwort „Nein“ natürlich gehofft)

„Ja, komm schon, vielleicht lohnt sich das ja richtig und außerdem sind wir nur einmal in Island!“ Für uns ist es zwar nicht das letzte Mal in Island, doch der Satz hat mich trotzdem motiviert. Ich meine, niemand weiß zu 100 Prozent was in der Zukunft passiert, deshalb kann ich dir nur mitgeben: Wenn du die Chance hast, etwas einmaliges zu erleben, dann nutze sie auch!Egal ob es regnet, stürmt oder schneit! Irgendwann erinnerst du dich nur noch an das schöne Erlebnis und über das Wetter wirst du später sagen: „Weißt du noch damals, als wir so lange zum Wasserfall gelaufen sind und wir klitschnass dabei geworden sind?“

 

Zurück zum Eigentlichen…Der Wasserfall, der mein eigentlicher Tipp ist, ist der Selfoss:

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Ich habe ihn unter meinen Geheimtipps, obwohl er nicht geheim ist, weil ich euch damit sagen möchte, dass wenn ihr mal da seid und ihr überlegt „Soll ich das wirklich machen? Lohnt sich das wirklich?“ ihr die Frage sofort mit JA beantwortet.

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Von dem zweiten Tipp war unser Host besonders begeistert. Es ist wieder ein Wasserfall…was auch sonst? 😀 Aber ich muss sagen, hier in Island kann man sich an den Wasserfällen nicht satt sehen. Mit man meine ich mich, aber ich bin sicher den meisten anderen geht es genau so. Die unterscheiden sich alle sowas von voneinander. Der eine ist groß, der andere halbrund, bei noch einem kannst du hinterherlaufen.

Ein Tag später, nachdem wir am Morgen aus unserem Hostel ausgecheckt haben, sind wir zum großen, halbrunden Godafoss gefahren. Gegenüber ist ein Café, bei dem wir unser Auto so lange abgestellt haben. Alex wollte dort mal eben auf Toilette gehen, während ich schon ein paar Meter in Richtung Wasserfall gegangen bin. Ich beobachtete das Wasser, welches irgendwie so friedlich und leicht über den Grund des Flusses strömte. Es sieht so leicht aus und doch kann niemand es aufhalten. Kein Stein, keine Klippe. Das Wasser hat die Fähigkeit jedes Hindernis zu umfließen und mit voller Energie in die Tiefe zu fallen, um dort seinen Weg fortzusetzen.

Ein Geräusch hinter mir riss mich aus meinen Gedanken und wenige Meter hinter mir sehe ich meinen Freund lächelnd auf mich zu kommen mit einem Puffin in der Hand. Ein Kuscheltier natürlich. „Der sah so süß aus, da musste ich ihn dir einfach mitbringen.“ Total gerührt nahm ich ihn in die Hand und brachte ihn ins Auto, wo er auf uns wartete. Wir tauften ihn übrigens Finn.

Jetzt aber machten wir uns endlich auf den Weg zum Godafoss, der nur eine Brückenüberquerung vom Café entfernt war. Leider war es da unserer Meinung nach zu touristisch, dass wir uns nicht allzugange dort aufhielten. Dennoch ist es ein Muss ihn gesehen zu haben, wenn man in Island ist finde ich. Hier ist ein Foto vom Godafoss:

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Bedenke: In Echt sieht das viel schöner aus als auf dem Foto!

 

Nach einem recht kurzen Aufenthalt am Godafoss fuhren wir ca. 40 Minuten weiter zum Geheimtipp: dem Aldeyarfoss. Er liegt ziemlich abgelegen, wobei sich die Frage stellt: Was ist in Island nicht abgelegen? Es waren auf jeden Fall kaum andere Menschen dort, wir konnten den Wasserfall ganz in Ruhe anschauen. Auf einer Plattform kannst du den Aldeyarfoss von oben wunderbar betrachten. Wir wollten aber mehr! Nicht wie alle anderen, die da waren, oben sitzen bleiben. Wir wollten runter, dorthin wo der Wasserfall den Fluss berührt.

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Es gibt keinen offiziellen Pfad hinunter und ist sehr steil und steinig. Aber das machte uns nichts. Ich kann nicht sagen wie viele Meter es waren, die wir hinunter klettern mussten, aber es war so viel, dass ich 5 mal dachte :“Oh mein Gott, was mache ich hier eigentlich?“ und dreimal: “ Wie soll ich hier jemals wieder hochkommen?“.

Unten angekommen waren wir wirklich happy und vor allem da, waren wir wirklich alleine. Das Wasser war türkis klar und die Steine an der Klippe zum Teil so geformt, dass es wie gefräst aussah. Sie waren perfekt sechseckig. Die Steine darüber sahen mit ein bisschen Phantasie wie Trollgesichter aus, die uns aus der Klippe anstarrten als wollten sie uns mit ihren Blicken abschrecken. Als wir nach einem ruhigen Aufenthalt voller Zweisamkeit und abstrakten, alltagsfernen Gesprächen wieder oben ankamen, entdeckten wir ein großes Loch in dieser Klippe. Seltsam, dass es uns beiden nicht aufgefallen ist, als wir unten waren, doch es sah aus wie eine Tür. Ein Eingang in die Klippe der Trollgesichter. Unten habe ich noch aus Spaß zu Alex gesagt: „Vielleicht haben da ja die Trolle und Feen drin gewohnt.“ und oben wird plötzlich eine Tür für uns sichtbar. Wahrscheinlich ist es einfach ein Zufall, dass wir beide den Eingang nicht gesehen haben. Oder aber die Trolle wollten wirklich verhindern, dass jemand ihre Existenz und ihren Wohnort entdeckt.

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IMG_0082.JPGDiese wunderschöne Brücke liegt auf dem Weg zum Aldeyarfoss. 🙂

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