‘Tschuldigen Sie? Haben Sie noch ein bisschen Hirn für mich?

In der letzten Woche in der Schule hörte ich ein Gespräch unter zwei meiner männlichen Klassenkameraden. Es ging um das typische Thema: „Frauen aufreißen“. Zu der Begriffswahl sage ich jetzt mal nichts. Einer der Beiden, alleinstehend und von seinen Noten in der Schule enttäuscht, der Andere hält sich selber für den größten Frauenkenner aller Zeiten.

B: Scheiß auf Noten, such dir erstmal eine Frau.

A: Nein man, Frau will ich erst, wenn ich ihr was bieten kann. Finanziell. Verstehste?

B: Gut, dann mach erst Schule. Aber dabei kannste doch trotzdem in Party und Weiber investieren.

A: Wenn ich investieren will, dann will ich mir ein neues Gehirn kaufen.

Dieser Dialog, abgesehen davon dass er in Wirklichkeit sehr witzig war, regte mich zum Nachdenken an.

Wie viele Menschen investieren ihre Zeit wohl in ihr Gehirn? Wie viele hauptsächlich in die Hülle davon? Kopf, sprich Haare färben, stylen, schminken und Körper, trainieren, fit halten, schön bekleiden.

Diejenigen, die sowohl auf die Pflege des Gehirns noch die des Körpers verzichten, gibt es ja auch noch. Was machen die wohl den ganzen Tag über? Fernsehen? Mit Freunden chillen und rauchen? Was denken wohl diese Menschen den lieben langen Tag? Wird denen nicht langweilig?

Ich bin der Meinung, dass kein Mensch, wirklich keiner, zum Chillen geboren wurde. Jedem wurde doch ein Talent mitgegeben, ein Ziel, etwas, was man Schicksal nennt. Und kein Schicksal liegt im Chillen. Natürlich wird nicht jedem ein bestimmtes Lebensziel offen in die Wiege gelegt, einige müssen eine lange Zeit herausfinden welche Aufgabe sie auf diesem Planeten haben. Ich habe in meinem Leben schon oft gelernt, dass es nur einen Weg gibt herauszufinden, was ich wirklich will. Machen. Handeln. Tun. Ein Weg,  für den es viele Namen gibt. Doch wer nur chillt und hofft beim Nachmittags RTL Programm seine Lebensaufgabe zu finden, oder glaubt nicht anfangen zu können, weil er noch nicht das große Lebensziel weiß, liegt daneben. Du kannst so lange grübeln wie du willst, deine Nervenzellen währenddessen bei billigen Ablenkungsprogrammen verpuffen lassen, doch bevor du nicht anfängst zu handeln, wird sich nichts verändern.

Sobald du permanent aufhörst zu Tun, hörst du auf zu Leben. Du produziert nichts, alles löst sich wieder auf. Strengst du deine Muskeln nicht an, können sie nicht wachsen. Benutzt du dein Gehirn nicht, so schrumpft es. Wenn auch langsam, aber es schrumpft. Es will gefüttert werden, genau wie dein Körper. Gefüttert mit Wissen.

Von Natur aus sind Menschen nicht da, um fernzusehen. Um rumzuliegen. Nichts zu tun. Wir sollen erschaffen. Wir sind neugierig und wissbegierig. Hungrig nach dem Leben. Und Leben besteht aus Handeln.

Die Fütterung des Gehirns vergessen einige. Ich will sie daran erinnern. Jederzeit haben wir Spiegel, die uns die Sicht zu unserem Körper verschaffen. An jedem Ort. In jedem Raum. Dort schauen wir hinein und sind dabei die größten Kritiker. Wir bemängeln und wollen verbessern. Orientieren uns an Idealen, die nicht existieren. Geben uns alle Mühe schön auszusehen und gut anzukommen. Ist das unser einziges Ziel – Und wenn wir es schaffen, dann sind wir nichts weiter als Puppen. Hübsch anzusehen. Wollen bewundert werden.

Doch wo sind die Spiegel, die uns die Sicht in unser Inneres verschaffen? Wo ist der Ehrgeiz uns dort zu verbessern?

Diese Spiegel gibt es. Sie gibt es haufenweise, doch vor den flimmernden Vierecken wird man sie nicht finden. Wenn du dort hinein siehst, siehst du eine andere Welt. Die nicht real ist. Und nichts mit dir zu tun hat.

Bist du auf der Suche nach dem Spiegel zu deinem Inneren? Dann öffne die Augen und du wirst sie finden. In jedem Gespräch, an jedem Platz in der Natur. Das sind die Orte, an denen Wissen liegt.

 

Eure Jasmin

 

 

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