Heimatliebe

Morgens, halb 10 in Deutschland…

…gibt es bei mir kein Knoppers, aber eine leckere Tasse Kaffee beim Genießen meines (halben) digitalen Nomaden Lebens.

Ich bin gerade einfach nur überwältigt von der Freiheit, die mir mein geliebter Job bringt. Die Freiheit dort sein zu können wo ich gerade sein will, völlig ungebunden von Zeit und Raum.

Von unseren vielen Reisen machen wir gerade quasi eine Pause in unserer Heimat. Ein kleines Städtchen, welches ich früher gar nicht zu schätzen wusste und wovon ich einfach nur in die große weite Welt fliehen wollte. Egal wohin, hauptsache weg.

Dass das Dorfleben auch seine Vorteile hat, jenseits von dem neuesten Klatsch der ehemaligen Klassenkameraden und flüchtigen Bekannten, merke ich jetzt gerade, in dieser Sekunde.

In einem Dorf ist es ja immer so, dass jeder jeden kennt und jeder den neuesten Klatsch und Tratsch von jedem kennt. Du kannst hier nichts unbeobachtet tun, ohne dass es nicht doch zum Dorfgespräch wird. Und wenn dir mal etwas passiert, worauf du selbst alles andere als stolz bist und damit dann im Mittelpunkt deiner gesamten Umgebung stehst, siehst du den wahren Nachteil am Dorfleben. Jap, ich spreche hier gerade aus Erfahrung, und diese Erfahrung habe ich mehr als einmal gemacht, aber hey ich war jung und eine langweilige Pubertät hatte ich ganz und gar nicht.

Damals jedoch war mein größtes Ziel in eine aufregende Stadt zu ziehen, wo sich niemand darum schert wie du aussiehst, was du anhast und dich nicht herablassend anschaut, weil er genau weiß was du getan hast.

Aber jetzt ist mir eine Sache klar geworden: Es geht nicht darum, dass dich niemand mehr herablassend anschaut, sondern darum, dass es dir am Arsch vorbei geht.

„Lass die Leute reden und hör ihnen nicht zu, die meisten Leute haben ja nichts Besseres zu tun“ – Da haben die Ärzte definitiv Recht!

Und obwohl ich die ganze Zeit dieses Fernweh hatte, habe ich es trotzdem nicht weit weg geschafft. Dauerhauft. Noch nicht.

Als digitaler Nomade hast du die Möglichkeit vom Strand Australiens aus zu arbeiten, von einem kleinen süßen Café in Island, aber auch von zu Hause aus. Und von zu Hause aus kann sogar sehr schön sein, auch wenn ich die ersten beiden Optionen immer vorgezogen habe. Wie heißt es so schön? Ändere die Perspektive und du bekommst einen neuen Blick.

In meiner kleinen süßen Heimatstadt gibt es zwar keine Bars, Clubs oder großartige Möglichkeiten zum Shoppen, der aufregende Lifeststyle findet hier definitiv nicht statt, aber dafür ist es hier unglaublich gemütlich. Besonders in der kalten Winterzeit bekommen die heimischen Cafés einen besonderen Flair. Und genau diesen nutze ich gerade. Während die meisten Menschen hier um diese Uhrzeit auf der Arbeit sitzen, erlebe ich das Städtchen ganz ruhig.

 

Und welche Meinung hast du zu deiner Heimat? Hast du sie schon immer geliebt und fühlst dich ihr verbunden? Oder wolltest du am liebsten ausbrechen und die große Welt entdecken?

 

Eure Jasmin

 

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