Von Angesicht zu Angesicht

Niemand sagt mir, was eigentlich zu sagen wäre. So viele ungelöste Probleme, Missverständnisse und Unklarheiten schweben zwischen uns herum. Sie fliegen dort hin und her und warten darauf, dass du die Hände ausstreckst und nach ihnen greifst. Sie wollen angepackt und benutzt werden. Sie wollen, dass du dich bemühst. Noch ein letztes Mal. Bevor es zu spät ist.

Sie wollen nicht zurückgelassen werden, wenn wir beide nicht mehr sind. Die Welt ist schon voll davon. Könnten wir sie nur sehen, so könnten wir nichts mehr sehen. Weil es viel zu viele sind, die vergeblich darauf warten benutzt zu werden.

Die Macht ist einzig und allein in dir, denn ich habe bereits mein Bestes getan diese Worte auszusprechen. Doch sprechen alleine reicht nicht, sie müssen gehört werden, um ihre Wirkung zu entfachen. Es soll nicht enden, mit Millionen leeren Gesichtern, die ihre lang ersehnte Antwort nicht bekommen. Mit fragenden Blicken, die so sterben wie sie sind.

Ich bin hier, auch wenn du mich gerade nicht siehst. Ich werde immer hier sein, auch wenn du mich nicht hörst. Und warten. Auf all deine Antworten auf meine Fragen, die mich innerlich schon lange zerreißen. Aber keine Angst, es passiert ganz langsam. Ich gebe dir noch ein bisschen Zeit.

Merkst du wie anders alles ist? Es passierte von heute auf morgen, doch es war als lägen Jahre dazwischen. Wie im Koma schlief ich die ganze Nacht. Und als ich aufwachte, warst du nicht mehr da. Ohne ein Grund bist du von mir gegangen, hast mich dort liegen gelassen und dich nicht einmal umgedreht, um zu sehen wie es mir geht. Du bist weiter gegangen, deinen Weg, entgegen dem Licht. Und ich? Verstecke mich heute noch in dem Schatten, den du dabei hinterlässt. Weil du noch lange nicht angekommen bist.

Und solange du noch gehst, und ich im Schatten deiner steh, warte ich darauf, dass du dich noch ein letztes Mal umdrehst und mir erklärst, warum du von mir gehst. Damit ich es vielleicht versteh’. Ein letztes Mal hast du die Möglichkeit nochmal vor mir zu stehen und nach den Worten zu greifen, die zwischen uns fliegen. Ein einziger Blick genügt, um den Inhalt der Worte zu erkennen. Doch dafür brauch ich dich. Von Angesicht zu Angesicht.

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